7 Gründe, warum immer mehr Menschen diesen Sommer fasten und was dabei im Körper passiert
Energie, Verdauung, Haut: Warum eine Saftkur im Sommer besonders gut funktioniert und was in den Fastentagen tatsächlich in deinem Körper passiert.
Energie, Verdauung, Haut: Warum eine Saftkur im Sommer besonders gut funktioniert und was in den Fastentagen tatsächlich in deinem Körper passiert.
1. Weil deine Verdauung eine Pause verdient hat
Die meisten von uns essen zu oft. Frühstück um sieben, Snack um elf, Mittagessen mit Kollegen, was Süßes zum Kaffee, abends noch Dinner. Die Folgen werden gern als „empfindlicher Magen" abgetan: Blähbauch am Abend, Völlegefühl nach Mahlzeiten. Dabei ist Verdauung kein Nebenprozess. Sie ist einer der aufwendigsten Vorgänge, die dein Körper täglich leistet. Das Problem ist selten der Darm. Es ist die fehlende Pause.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
Der Darm hat ein eigenes Reinigungsprogramm: den Migrating Motor Complex. Wellenförmige Kontraktionen schieben Nahrungsreste und Bakterien vom Magen Richtung Dickdarm – eine Art Kehrbesen für den Dünndarm, der etwa alle 90 bis 120 Minuten durchläuft. Das Entscheidende daran: Er läuft ausschließlich im nüchternen Zustand und wird durch jede Nahrungsaufnahme sofort unterbrochen. In einem Alltag mit sechs Essanlässen kommt er praktisch nie zu Ende.
Quelle: Deloose et al., Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, 2012
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Eine Pause wirkt nur, wenn sie lang genug ist – ein Abend ohne Snack reicht dafür nicht. Die Saftkur nimmt dem Verdauungstrakt genau den Teil ab, der am meisten Arbeit macht: feste Faserstrukturen, Fett, Protein, große Portionen. Was kommt, ist flüssig, in definierten Portionen und mit Stunden dazwischen.
2. Weil deine Energie nicht vom dritten Kaffee kommt
2016 ging der Medizin-Nobelpreis an einen japanischen Zellbiologen, der jahrzehntelang Hefezellen beim Hungern zugesehen hatte. Yoshinori Ohsumi hatte entschlüsselt, was Zellen tun, wenn nichts mehr nachkommt: Sie fangen an, sich zu recyclen. Die Forschung nennt das Autophagie. Wörtlich übersetzt: sich selbst verzehren. Und genau das ist der Grund, warum Fasten seit zehn Jahren in jedem zweiten Longevity-Podcast vorkommt.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
Nach etwa 10 bis 14 Stunden ohne Nahrungszufuhr sind die Glykogenspeicher der Leber weitgehend geleert. Der Körper stellt um: Fettsäuren werden freigesetzt und in der Leber zu Ketonkörpern umgebaut, einem alternativen Brennstoff für Zellen und Gehirn, die sie deutlich gleichmäßiger mit Energie versorgen. In der Fachliteratur heißt dieser Punkt „metabolic switch".
Quelle: de Cabo & Mattson, The New England Journal of Medicine, 2019
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Eine Saftkur ist kein Wasserfasten. Sie liefert Kohlenhydrate, und das dämpft die Ketose gegenüber dem Nullfasten. Was sie dafür sehr zuverlässig liefert: fast kein Protein. Und genau das Aminosäuren-Signal ist der Reiz, auf den Zellen am deutlichsten reagieren. Dazu kommt der praktische Teil – kein Abendessen, das die Uhr wieder auf null stellt. Wer die maximale Version sucht, ist beim Wasserfasten richtig. Nur sollte man dies nicht alleine machen und es ist auch nicht sehr alltagstauglich mit Verpflichtungen wie Job und Familie.
3. Weil Glow von innen kommt
Die Hautpflege-Routine wird jedes Jahr aufwendiger. Seren, Säuren, LED-Masken. Was dabei oft untergeht: Ein Teil dessen, was wir als „gesunde Haut" wahrnehmen, entsteht nicht auf der Haut, sondern kommt über das, was wir essen, in ihr an.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
Darm und Haut stehen über Immunzellen, Botenstoffe und Stoffwechselprodukte der Darmbakterien in ständiger Kommunikation. Die Forschung nennt das die Darm-Haut-Achse. Ein aus dem Gleichgewicht geratenes Darmmikrobiom wird in Übersichtsarbeiten mit entzündlichen Hautbildern in Verbindung gebracht. Die genauen Mechanismen sind nicht vollständig geklärt – der Zusammenhang selbst gilt inzwischen als gut belegt.
Quelle: Mahmud et al., Gut Microbes, 2022
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Zwei Hebel gleichzeitig. Von innen fällt für ein paar Tage weg, was in der Literatur regelmäßig im Zusammenhang mit entzündlichen Hautbildern auftaucht: hohe Blutzuckerspitzen, Alkohol, stark verarbeitete Lebensmittel. Stattdessen kommen Pflanzenstoffe aus Gemüse und Flüssigkeit in verlässlicher Menge. Von außen ist die Cleansing Aktivkohle-Maske Teil der Kur – weniger, weil eine Maske die Haut grundlegend verändert, sondern weil zwanzig Minuten Selfcare der Teil ist, der im Alltag als Erstes gestrichen wird.
4. Als bewusste Auszeit für Körper und Geist
Fasten war über Jahrtausende in fast jeder Kultur fest im Kalender verankert. Nicht als Gesundheitsmaßnahme, sondern als Rhythmus: Phasen mit, Phasen ohne. Die Fastenzeit, der Ramadan, die Wochen vor der Ernte. Was diese Perioden gemeinsam hatten, war weniger der Verzicht als der Termin – ein festgelegter Zeitraum, in dem etwas anders lief als sonst. Genau diese Auszeit ist in usnerem Alltag verschwunden.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
Nach etwa 10 bis 14 Stunden ohne Nahrungszufuhr sind die Glykogenspeicher der Leber weitgehend geleert. Der Körper stellt um: Fettsäuren werden aus dem Fettgewebe freigesetzt und in der Leber zu Ketonkörpern umgebaut. Diese dienen Zellen und Gehirn als alternativer Brennstoff. In der Fachliteratur heißt dieser Punkt „metabolic switch". Die meisten Menschen erreichen ihn heute schlicht nicht mehr.
Quelle: de Cabo & Mattson, The New England Journal of Medicine, 2019
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Der Grund, warum Vorsätze scheitern und Kuren funktionieren, ist banal: Eine Kur ist ein Termin. Sie hat ein Datum, eine Dauer und ein Ende – und sie nimmt dir für diese Tage sämtliche Entscheidungen ab. Was, wann, wie viel, wo: Fragen, die sonst den ganzen Tag über nebenbei mitlaufen. Für die meisten liegt genau darin die Entlastung. Nicht im Verzicht, sondern darin, dass ein Bereich des Lebens für drei Tage schlicht geklärt ist.
5. Bruch mit schlechten Ernährungsgewohnheiten
Es ist die Beobachtung, die in Erfahrungsberichten am häufigsten auftaucht und die niemand erwartet: Nach ein paar Tagen schmecken Dinge intensiver. Gemüse wird süß. Gewürze werden deutlich. Das Croissant erscheint fast zu süß. Frittiertes schmeckt nicht mehr.
Darunter liegt etwas Größeres. Die meisten Essgewohnheiten wurden nie entschieden, sie haben sich angesammelt. Der Wein am Mittwoch. Das Teilchen zum zweiten Kaffee. Niemand hat das ausgewählt – es ist hineingerutscht. Und aus dem Alltag heraus lässt es sich kaum ändern, weil genau dieser Alltag es trägt.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
Geschmacksempfinden ist nicht fest verdrahtet, es passt sich an. In einer kontrollierten Studie reduzierte eine Gruppe über mehrere Monate den Anteil einfacher Zucker in ihrer Ernährung. Danach bewerteten die Teilnehmenden dieselbe Pudding-Probe als rund 40 % süßer als die Kontrollgruppe. Die Süße hatte sich nicht verändert – die Wahrnehmung schon.
Quelle: Wise et al., The American Journal of Clinical Nutrition, 2016
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Eine Kur setzt einen harten Anfang und ein hartes Ende. Drei Tage, fünf Tage, mit definiertem Start und definierter Rückkehr. Das ist der Unterschied zu „ich esse ab jetzt weniger Zucker" – ein Vorsatz ohne Anfang hat auch kein Ende.
Und der entscheidende Teil sind nicht die Fastentage, sondern der Tag danach. Deshalb gehören der Aufbautag und das Holistic Health Starter Protocol zur Box: Der Punkt ist nicht die Kur. Der Punkt ist, was du daraus mitnimmst.
6. Weil der Kopf mitfastet
Die häufigste Sorge bei Saftkuren lautet: Ich bin drei Tage lang zu nichts zu gebrauchen. Was Teilnehmende tatsächlich berichten, sieht meistens anders aus – und ist in großen Kohorten dokumentiert.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
In der bislang größten Fastenstudie – 1.422 Teilnehmende an der Buchinger Wilhelmi Klinik, ausgewertet gemeinsam mit der Charité Berlin – nahmen körperliches und emotionales Wohlbefinden während der Fastenperiode signifikant zu. Nebenwirkungen traten bei weniger als 1 % der Teilnehmenden auf.
Quelle: Wilhelmi de Toledo et al., PLOS ONE, 2019. Hinweis: Es handelte sich um ärztlich begleitetes Heilfasten über 4 bis 21 Tage.
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Gegenüber dem Wasserfasten hält der Saft eine Grundversorgung an Kohlenhydraten aufrecht – genau der Grund, warum die meisten während der Kur normal arbeiten können. Der Ablauf ist vorgegeben: welche Flasche, wann. Der AI Health Coach übernimmt den Teil, den man sonst an Tag 2 um 23 Uhr googelt. Praktischer Tipp: Starte an einem Donnerstag, dann fällt Tag 2 aufs Wochenende.
7. Weil der Sommer der einfachste Einstieg ist
Fasten scheitert im Januar an der Realität: Es ist kalt, es ist dunkel, der Körper will Auflauf. Im Sommer ist fast alles einfacher.
WAS IM KÖRPER PASSIERT
Hier ist die Erklärung banaler als bei den anderen sechs Gründen – und trotzdem der Grund, warum Kuren im Sommer häufiger zu Ende gebracht werden. Wärme senkt den Appetit auf schwere, warme Mahlzeiten ohnehin. Kaltes und Flüssiges wirkt attraktiv statt entbehrungsreich. Der Kalender ist leerer, die Abende sind unkomplizierter.
Zur häufigsten Frage: In der oben genannten Studie mit 1.422 Teilnehmenden gaben 93,2 % an, während des Fastens kein Hungergefühl verspürt zu haben. Der Hunger, den die meisten fürchten, ist in aller Regel Gewohnheit – und die verabschiedet sich meist im Lauf von Tag 2.
WIE DIE SAFTKUR DABEI HILFT
Der aufwendigste Teil am Fasten fällt komplett weg: kein Einkauf, keine Rezepte, kein Kochen. Die Säfte kommen gekühlt, in der richtigen Reihenfolge, der Liefertag ist frei wählbar. Und die Dauer wählst du selbst – 1, 3, 5 oder 7 Tage. Für den ersten Versuch sind 3 Tage der übliche Einstieg.
Die Saftkur ist der Einstieg, nicht die Königsdisziplin und genau das ist ihr Vorteil. Sie ist die Form des Fastens, die man tatsächlich durchhält, während man arbeitet, Kinder ins Bett bringt und ein normales Leben führt.
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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Habe ich die ganze Zeit Hunger?
Weniger, als die meisten erwarten. In der bislang größten Fastenstudie mit 1.422 Teilnehmenden gaben 93,2 % an, während der Fastenperiode kein Hungergefühl verspürt zu haben. Was an Tag 1 auftritt, ist meistens Gewohnheit und nicht körperlicher Hunger – nachmittags um vier, weil da sonst der Riegel kommt. Ab Tag 2 lässt das bei den allermeisten deutlich nach.
Kann ich während der Kur arbeiten?
Ja. Genau dafür ist die Saftkur die alltagstauglichste Fastenform. Plane trotzdem keine Woche mit drei Präsentationen und einem Umzug. Wenn du wählen kannst: Starte an einem Donnerstag, dann fällt Tag 2 aufs Wochenende.
Und Sport?
Spazieren, Yoga, lockeres Radfahren: gerne. Intervalltraining, schwere Gewichte oder ein langer Lauf: besser in der Woche danach. Dein Körper arbeitet gerade an etwas anderem.
Wie viel nehme ich ab?
Dazu machen wir bewusst keine Angaben – seriös lässt sich das nicht vorhersagen, und es ist auch nicht der Punkt einer Kur. Ein Teil dessen, was die Waage nach drei Tagen zeigt, ist Wasser und Darminhalt und kommt zurück. Was bleibt, ist eher ein Gefühl und ein veränderter Blick auf die eigenen Essgewohnheiten.
Kommt danach der Jojo-Effekt?
Eine Kur ist keine Diät und ersetzt keine Ernährungsumstellung. Entscheidend ist der Aufbautag: Wer direkt nach der Kur brunchen geht, hat wenig davon. Wer die zwei, drei Tage danach bewusst gestaltet, nimmt am meisten mit.
Wie oft im Jahr kann ich das machen?
Die meisten machen zwei bis vier Kuren pro Jahr, oft zum Jahreszeitenwechsel. Eine Kur pro Quartal ist für gesunde Erwachsene ein üblicher Rhythmus.
Wie kommen die Säfte an und wie lange halten sie?
Gekühlt in einer Isolierbox, Liefertag frei wählbar. Nach Erhalt gehören die Säfte in den Kühlschrank und sind dort nach MHD Tage haltbar. Das genaue Datum steht auf jeder Flasche.
Für wen ist eine Saftkur nicht geeignet?
Eine Saftkur ist ein Lebensmittel, kein Arzneimittel, und ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch eine ärztliche Behandlung.
Nicht geeignet ist eine Fastenkur bei Schwangerschaft und in der Stillzeit, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, bei Untergewicht, bei bestehender oder zurückliegender Essstörung sowie bei Diabetes, Nieren- oder Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Einnahme von Medikamenten – hier bitte vorher ärztlich abklären. Das gilt auch, wenn du unsicher bist, ob etwas davon auf dich zutrifft.
Brich die Kur ab, wenn Schwindel, Herzrasen oder starkes Unwohlsein auftreten.
